Studiengebuehren

sind schon seit einiger Zeit in aller Munde. Hamburg plant derzeit, Studiengebuehren von bis zu 1000€/Jahr zu erheben. In zusammenarbeit mit Banken sollen bis zu 2500€ Kreditfinanziert werden.

Mein Standpunkt: Ich bin eines von vier Geschwistern in unserer Familie, durch insgesamt-geringverdienderei usw-usf bekomme ich den Bafoeg-Hoechstsatz – ca 530€. Hand-aufs-Herz, ich komme da nicht schlecht weg. Abgesehen davon dass ich davon die Haelfte wieder zurueckzahlen darf. Macht bei einer Hoechstfoerderzeit von 10 Semestern fuer ein normales Dipl-Studium 15900€ Rueckzahlung. Deckel-Grenze sind 10000€ – ich hab noch keinen Heller Studiengebuehren gezahlt und stehe beim Staat mit 10000€ in der Kreide.

Jetzt kommen dazu: 2500€ Kredit fuer die ersten 5 Semester und die restlichen 5 soll ich so zahlen. Wovon denn? Klar, von dem Geld was ich bekomme. Sind locker mal 2 von 12 Monats’Gehaeltern’. Das entspricht einer ‘Gehaltskuerzung’ von 16%.

Jetzt kommt gleich der naechste und sagt “dann geh’ doch arbeiten!”. Der sollte sich dann allerdings dessen bewusst sein, dass

  • das Bafoeg dann gefaehrdet ist
  • die Studienzeit sich quasi-automatisch verlaengert
  • man damit die Regelstudienzeit ueberschreitet
  • der Bafoeg-Anspruch daraus direkt erlischt und man als Langzeit- Student gleich mal richtig zur Kasse gebeten wird.

Schulden von 10000€ auf 12500€, weniger Geld zwischendurch, weil Kuerzung um 16% und wenn man irgendwas dagegen ‘tun’ will wird man automatisch zur Melksau.

Wohlbemerkt, ich gehoere wohl zu der ‘sozial schwachen’ Schicht, der das Studium ja nach-wie-vor ermoeglicht werden soll. Ich moechte ja gar nicht von den Leuten reden, die wirkliche Finanzielle Probleme haben.

Da gibt es Leute, deren Eltern bis zum Hals verschuldet sind, diese mit ihrem Einkommen tilgen. Bei der Bafoeg-Berechnung spielt das aber absolut keine Rolle, zu viel Einkommen etc. Diese Kandidaten muessen jetzt schon kaempfen.

Achja; Was bei diversen Vergleichen nicht erwaehnt wird: Wofuer werden die Studiengebuehren eingesetzt? In Dresden wird man ja derzeit schon 126€ Semesterbeitrag los. In Freiberg sinds ‘nur’ 47€.

Schoene neue Welt.

4 Kommentare zu “Studiengebuehren”

  1. domagk

    Heule nicht!!!!Der Lehrling verdient mit 14 undDu mit 30.Der Lehrling hat schon ein Haus verdient und Du hast Schulden.Du bist die Intelligenz!Du musst jetzt neben den Schulden noch viel nacharbeiten um auf den Stand eines Arbeiters zu kommen.Also arbeite tag und nacht und an Feiertagen,vernachlässige Familie,Urlaub,Gesundheit,damit der Staat Deine Steuern verplempern kann mit …..das kann ich Dir nicht schreiben,dann sperren die mich ein.Gruss Jörg

  2. René

    Studiengebühren … das leidige Thema. Ich sitze im Studentenrat der HTW-Dresden – und da wird man verstärkt mit dem Thema konfrontiert.

    Leider gab es auch in der letzten Zeit keine wirkungsvollen Aktionen gegen Studiengebühren. Teils hängt es an der Organisation der KSS, da Leipzig merkwürdigere Ansätze hat als Dresden. Teils hängt es aber auch an den Studenten selber. Du kannst dich im Hörsaal vorne hinstellen, und denen sagen, daß es knapp in der Geldbörse wird. Die meisten juckt es irgendwie nicht wirklich. Am dramatischsten ist der Denkansatz: `naja, 2 Semester noch, dann bin ich fertig, dann ist es mir sowieso egal – wozu also noch auf die Straße gehen´

    Der Sinn des BAföGs ist ja, daß man zielstrebig und konsequent studierst. Der Staat gibt dir eigentlich dafür Geld, daß du schnell zum Ziel kommst und dann auch gleich arbeiten kannst, damit Geld in Form von Steuern wieder reinkommt.

    Das steht eigentlich im Widerspruch zu jeder Art von Studiengebühr. In Dresden gab es so einen Haufen von Leuten, die meinen, daß jeder 100 Euro im Semester abdrücken könne, damit das Studium besser wird. Sicher ist das nicht die Menge, aber wenn einmal der Fuß in der Tür ist, wird`s gefährlich. Die machen dann immer so Spendenaktionen, mit denen sie Sonntags die Bibliothek öffnen wollen – als medienwirksame Idee …

    Zu dem Semesterbeitrag: der Hauptteil geht ja ins Semesterticket. Damit hat man als Student eine Sorge weniger: die Mobilität. Und Freiberg ist nun mal um einiges kleiner als Dresden!

  3. Anonymous

    spart mal das was ihr an alk ausgebt. dann habt ihr auch das geld für die studiengebühren. geld ohne ende vom staat bekommen und sich noch beschweren dass man die hälfte zurückzahlen soll… die meisten kinder von sozial stärkeren familien bekommen einen bruchteil von eurem bafög als unterstützung von ihren eltern und müssen nebenbei arbeiten gehen. das funktioniert auch super und sollte nicht anders sein. und das durch bafög ein besseres studium rauskommt weil man mehr zeit hat… da müsst ihr doch selber nur drüber lachen! es lebe harz4

  4. Vormerker

    Das Bafög und ähnliche Auswüchse unserer “verwaltungsrechtlichen” Kultur sind bis zum erbrechen diskutiert worden. Ich kann euch nur raten euch in diesen Fragen an Fachanwälte mit dem Schwerpunkt Sozial und öffentliches Recht zu wenden, wenn Ihr Glück habt holt er euch da raus. Wer hat der hat sag ich da nur und ich hab auch nichts also sorg ich dafür das ich auch was hab…..

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